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Nur Igel kennen ganz genau
trotz Stacheln ihre Igelfrau.
Wenn Mensch die Menschin hat entdeckt,
sind Stacheln meist versteckt.
Dietrich Wilhem Grobe |
Rede und Gedanken
Du gehst, ich wünsch Dir Glück und Segen.
Doch schon seit langem stinkst du mir.
Gott führe Dich auf allen Wegen
nur ewig weiter fort von hier.
Werner Hadulla |
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Das Weltall ist recht respektabel,
und unsereins steckt mitten drin.
Und dreht sich´s um den eignen Nabel,
bewegt sich ganz in unserm Sinn.
Werner Hadulla
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Muse & Kuss
Mich hat still und heimlich
die Muse geküsst;
wie wär es mir peinlich,
wenn Gerda das wüsst.
Sie liegt da und wartet
im Nachtlämpchenlicht,
und ich bin entartet,
ich mach ein Gedicht.
Wahrscheinlich ein schlechtes,
drum hör ich jetzt auf.
Wart Gerda, gleich geht
es die Treppe hinauf.
Werner Hadulla |
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Ob Essen, Trinken, Lieben, Spiel-
der Weise mahnt: Von nichts zu viel!
Dem Umkehrschluss entlehn ich:
Von allem nicht zu wenig!
Wilhelm Hasse
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Politiker sind oft nicht ehrlich,
denn Ehrlichkeit, die ist gefährlich,
weil nach wie vor die Wahrheit gilt,
dass man dieselbe meistens schilt
und alles, was nicht konveniert,
bei Wahlen zu Verlusten führt,
weshalb Politiker die Taten,
die sie erwägen, nie verraten.
Solang sie sich um Stimmen sorgen -
was schert sie ihr Geschwätz von morgen!
Wilhelm Hasse |
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Es wundert täglich den Herrn Knoll,
dass seine Tageszeitung voll
bis an den Rand. Und er sinniert:
"Dass stets genau so viel passiert,
wie in die Zeitung passt genau -
draus werde einer schlau!"
Wilhelm Hasse |
Mit Getöse und Gemief
Stundenlang der Mäher lief
Kahl die Fläche, öd und leer
Frühlingsblumen gibt' s nicht mehr
Diesel stänkert durch die Luft
Nicht' s ist' s mehr mit Blütenduft
Das ist die deutsche Sauberkeit
Des einen Freud', des anderen Leid
Karinheide Jasper-Schnarre |
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Manche Musenküsse
rufen Blutergüsse
in Auge und Ohr
andrer hervor.
Ferdinand Kirchhoff
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Aufgeregt?
Die Aufregung kennste:
Wenn´s klingelt dann rennste zur Tür.
Du meinst, das sei Pflicht?
stimmt nicht - ist Kür.
Ferdinand Kirchhoff |
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Schreie
Der erste Schrei wird meist gestillt,
der letzte macht oft Teenies wild;
den allerletzten hört Freund Hein,
und dann tritt endlich Ruhe ein.
Ferdinand Kirchhoff |
Der Elefant
Der Elefant verschmäht Krokant
und säuft auch nicht Burgunder.
So lebt er schlicht
auf lange Sicht gesunder.
Ferdinand Kirchhoff |
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Mücken
Mücken entzücken
Bekleidungslücken
an Rücken und Bauch.
Doch schöne Busen
unter Blusen
bestechen sie auch.
Ferdinand Kirchhoff |
Das Suppenhuhn
Das Suppenhuhn
kann endlich ruh´n
und braucht nicht mehr zu rackern.
Es steht beim Hahn
nicht mehr im Plan,
darf garen, muss nicht gackern.
Ferdinand Kirchhof |
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Der Regenwurm
Die Beine fehlen, die Arme auch
er hat keinen Nabel und keinen Bauch.
Er ist kein Adonis, kein Publikumsstern,
doch alle Stare mögen ihn gern.
Ferdinand Kirchhoff |
Spätherbst
Nun kommt sie bald, die lange Nacht,
die Schatten werden länger.
Der Maulwurf hat sein Werk vollbracht.
Schlaf gut, mein Rasensprenger.
Harald Kriegler
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Wenn eine hübsche Amme dich
genährt als kleenen Rangen,
dann kannste als Primaner nich
det immer noch verlangen.
Cordes Koch-Mehrin |
Kartoffelchips, die ohne Soße
erfand schon Friederich der Große.
Drum heißen sie, das ist kein Witz,
bis heute immer noch Pomm-Fritz.
Cordes Koch-Mehrin |
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Selbstgenügsamkeit
Ein Schaukelstuhl aus Bastgewinde
steht vor der Tür im Abendwinde.
Er schaukelt sich dort ganz allein
und freut sich, mal er selbst zu sein.
Lutz Menard |
Durch die Blume
Wer nach der blauen Blume sucht,
hat schwerlich je Erfolg verbucht.
Man kann auch and´re Blumen pflücken,
nur muss man sich auch manchmal bücken.
Lutz Menard |
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"Auch du mein Sohn?" fragt' Cäsar ihn,
den Mörder Brutus, und sank hin.
Und dieser stach in aller Ruh
noch einmal mit dem Dolche zu!
(Oft irrt man sich in seinen Söhnen
und sollte niemals sie verwöhnen!)
Lutz Menard |
Rückblick
Was immer Kummer wird bereiten,
ist Schmerz der Gegenwärtigkeiten.
Vergangnes Weh, das wird indessen
verklärt, gesehen und vergessen.
Drum trauert mancher Dingen nach,
an denen einst er fast zerbrach.
Günter Paffrath
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Der eine findet imposant
den Tropfen Tau im Morgenlicht.
Er ruft: "Nun schau, ein Diamant!"
Der andre aber sieht das nicht
und äußert nüchtern, krasser:
"Ach Quatsch, ich seh nur Wasser!"
Günter Paffrath |
Vorsichtige Nachsicht
Ein guter Mensch hat - ohne Frage -
Auch hin und wieder schlechte Tage.
Dies wissend sollst du daran denken,
großmütig ihm Geduld zu schenken.
Doch lass, daran magst du dich halten,
nie Nachsicht ohne Vorsicht walten!
Günter Paffrath |
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Homogenität
Die halbe Menschheit unsrer Welt
strebt gierig nur nach Macht und Geld.
Die andre Hälfte ist bedacht,
auf den Erhalt von Geld und Macht.
Günter Paffrath |
Nächstenliebe
Der Mensch erträgt die Armut leichter,
geht´s auch dem lieben Nachbarn seichter.
Eins aber hasst er bis auf Messer:
Geht´s jenem um ein Quäntchen besser.
Günter Paffrath |
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Ein Minirock klagt tränenreich:
"Ich fühl mich nackt, fast dirnengleich.
Ich dien nur den Gelüsten."
Da sprach das große Abendkleid:
"Ach, Kindchen, ich bin's auch bald leid,
denn mir fehlt's bei den Brüsten."
Eva Wallmeier |
Es klagte einst ein Blumentopf:
"Was bin ich für ein armer Tropf.
Ich dien' nur der Umhüllung."
Da sprach das alte Nachtgeschirr:
"Es geht dir besser noch als mir:
Denk nur an unsre Füllung."
Eva Wallmeier |
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Da kneift es
Mancher scheint sich sein Begreifen
voller Absicht zu verkneifen.
Später ist er, unbegriffen,
fürs Begreifen zu verkniffen.
Hermann Wischnat |
Na, so was !
Die Sorgfalt wird gern dem bescheinigt,
der oftmals Tage überlegt,
ob er sein Hemd schon heute reinigt,
beziehungsweise weiter trägt.
Hermann Wischnat |
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Reichtum und Verzicht
Ich hab geträumt, ich werde reich;
und zwar nicht später, sondern gleich.
Am liebsten hätte ich als Reichtum
ein quellenreiches Scheichtum.
Jedoch verzichte ich zur Zeit auf Kuweit.
Hermann Wischnat |
Trittfolge
Höflich wurde er gebeten,
von dem Posten abzutreten.
Er verweigerte den Schritt.
Folge war ein harter Tritt.
Aus dem Tritt ist herzuleiten:
Tritt zurück und -ab beizeiten.
Hermann Wischnat |
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Frommer Wunsch
Sicher schützt die Wachstuchdecke
jeden Tisch vor einem Flecke.
Hat ein Fleck sich aufgetischt,
wird er einfach weggewischt.
Ach, könnt ich für meine Sünden
eine Wachstuchdecke finden.
Hermann Wischnat |
Wenn sich der Mensch die Kehle feuchtet
wird manchmal auch sein Geist beleuchtet,
neigt er jedoch zum Übertreiben,
wird er nicht lange geistvoll bleiben.
Helga Zeun
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